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Minister Backhaus rudert zurück

Minister Backhaus rudert zurück

Pläne zur Bestandsreduktion dementiert

Kormoranmassaker 2005 im Anklamer Stadtbruch

Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat auf der internationalen Grünen Woche in Berlin sowie auf dem Parlamentarischen Abend des Fischereiverbandes verkündet, dass 3.000 Kormoranpaare in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend seien. Woraus er diese Zahl ableitet, bleibt hingegen unklar.

In Mecklenburg-Vorpommern brüten etwa 15.000 Kormoranpaare. Sie sind durch die Europäische Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt. Ihre Kolonien befinden sich fast ausschließlich in ausgewiesenen Schutzgebieten.

„Die Vorstellungen des Ministers sind fachlich unbegründet“, stellt der Landesvorsitzende des NABU MV, Stefan Schwill, fest. „Sie widersprechen sogar den Aussagen seiner eigenen Fachbehörde.“

Der NABU steht mit dieser Meinung nicht alleine. Gemeinsam fordern die Naturschutzverbände NABU, OAMV, BUND und WWF deshalb von Minister Backhaus:

• Keine Eingriffe in Kolonien in Schutzgebieten
• Keine Eingriffe in Kolonien an der Küste
• Eingriffe im Binnenland nur bei Nachweis des konkreten wirtschaftlichen Schadens
• Beteiligung der Naturschutzverbände bei jedem Eingriff in Kolonien
• Grundlagenforschung zur Verbesserung der Datenlage zum Kormoran

Als Gast beim Pressegespräch der vier Naturschutzverbände NABU, OAMV, BUND und WWF, am Freitag 29.01.2010 in Schwerin, ruderte Minister Backhaus zurück. Eine Reduktion der Kormoranbestände auf 3.000 Brutpaare sei nicht geplant. Eingriffe in Kolonien kämen nur zu Forschungszwecken in Frage. Entsprechende Anträge lägen bislang nicht vor. Die Naturschutzverbände würden am Entscheidungsprozess beteiligt. Qualifizierte Anträge der Fischereiwirtschaft zur Bestandsreduktion seien bisher nicht gestellt worden.

Die Naturschützer und der Minister betonten, dass nur sachliche Gespräche weiterhelfen. Dazu wurde im Rahmen des Treffens am 29.01. der Anfang gemacht.

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