Erster Kuckuck in MV rief am 21. April
Ergebnisse der jährlichen Aktion "Wann kommt der erste Kuckuck?"
Kuckuck - Foto: NABU/Volker Schlär
09. Juni 2026 – Im Frühjahr rief der NABU Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, mitzuteilen, wo und wann die ersten Kuckucksrufe des Jahres zu hören waren. 60 Meldungen aus allen Landesteilen gingen beim NABU ein. Den ersten gesicherten Nachweis in diesem Jahr gab es am 21. April bei Tessenow im Südosten des Landkreises Ludwigslust-Parchim, weitere am 24. April auf Usedom sowie am 26. April bei Beckerwitz in Nordwestmecklenburg. Ab Anfang Mai ging es dann richtig los mit den gemeldeten Kuckucksrufen. 52 Meldungen gingen vom 1. bis zum 31. Mai bei uns ein, der Höhepunkt lag in der ersten Maiwoche.
Die Informationen aus der Bevölkerung sind für uns Naturschützer besonders wertvoll, da sie uns helfen, den Einfluss von Klima- und Landschaftsveränderungen auf die heimische Vogelwelt besser zu verstehen und passende Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Jede einzelne Meldung ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Kuckucks, der als Indikator für ökologische Veränderungen gilt.
Der Kuckuck im Klimawandel
Viele Frühlingsvögel treffen aufgrund der Klimaerwärmung immer zeitiger in Mecklenburg-Vorpommern ein. Vom Kuckuck, der als Langstreckenzieher in Afrika überwintert, wird bislang angenommen, dass er seine Ankunftszeit noch nicht an den Klimawandel angepasst hat. Die ersten Tiere kommen zwar schon im März bei uns an, sein charakteristischer Ruf ist aber meist erst im Laufe des Aprils zu hören. Viele Wirtsvögel des Kuckucks wie z.B. Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Zaunkönig, Bachstelze und Teichrohrsänger beginnen jedoch immer früher mit ihrer Brut. Wenn der Kuckuck hier eintrifft, sind die ersten Eier oft schon gelegt. Für die Kuckucksweibchen wird es immer schwieriger, ihre Eier erfolgreich den zukünftigen ‚Zieheltern‘ unterzuschieben. Sie sind auf Wirte angewiesen, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern noch über den Nestrand schieben kann.
Mit der jährlichen Kuckuck-Aktion möchte der NABU herausfinden, wie der Kuckuck langfristig auf die wechselnden Lebensbedingungen durch den Klimawandel reagiert. Der Lebensraumverlust durch immer strukturärmere Landschaften wird künftig nicht sein einziges Problem sein. Um sich erfolgreich fortzupflanzen, ist es für den Kuckuck wichtig, sich genau auf das Brutgeschehen seiner Wirtsvögel abzustimmen. Dieses sensible Gefüge kann durch die Klimaerwärmung gestört werden.
Zur Aktion
Wenn der erste Kuckuck-Ruf erklingt, ist der Frühling endlich angekommen. Der NABU Mecklenburg-Vorpommern ruft Naturfreunde aus Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, ihren ersten Kuckuck des Jahres zu melden. Mehr →
In volkstümlichen Kinderliedern ist es stets der Kuckuck, der mit seinem Ruf aus dem Wald den Frühling ankündigt. Doch obwohl schon die Kleinsten wissen, wie sich dieser Namen gebende Laut anhört, ist sein Aussehen Vielen unbekannt. Mehr →
