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Der Wolf

Der Wolf

Ein überraschendes Comeback?

Wolf

Von Wolfen über Wolfsburg bis Wolfratshausen: Überall in Deutschland erinnern Städtenamen aber auch Flurbezeichnungen wie Wolfsschlucht oder Wolfsgrube an den größten heimischen Raubsäuger. In der Wahrnehmung der meisten Menschen kommt der Wolf als Wildtier nicht mehr vor. Dabei war Deutschland nur knapp 50 Jahre wirklich "wolfsfrei". Seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde die Wolfspopulation über 200 Jahre in regelrechten Ausrottungsfeldzügen so gut wie ausgelöscht. Doch noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts wanderten einzelne Wölfe durch Deutschland. Der vorerst letzte Wolf wurde 1904 in Sachsen erschossen.

Anspruchsloser Einwanderer aus dem Osten

Seit 1948 werden immer wieder einzelne Wölfe in Deutschland gesehen. Mittlerweile haben sich in der Sächsischen Oberlausitz vier Rudel etabliert. In Brandenburg gibt es ein weiteres Rudel und in Mecklenburg-Vorpommern wurde vor kurzem das Vorkommen eines Wolfes genetisch nachgewiesen. In den meisten Fällen besiedeln Wölfe ihr ehemaliges Verbreitungsgebiet völlig unbemerkt. Sie sind dabei nicht wählerisch, was den Lebensraum angeht. Wölfe brauchen keine unberührten Wildnisgebiete. In Europa könnten sie überall dort überleben, wo man ihnen mit Toleranz oder Gleichgültigkeit begegnet.

Leben im Rudel

Wolf

Einzelne Wölfe sind selten. Normalerweise leben sie im Rudel.

Auch wenn es immer wieder zu Sichtungen einzelner Wölfe kommt, leben Wölfe normalerweise im Rudel. Zu einem Wolfsrudel gehören im Regelfall die Eltern mit ihren Nachkommen − also eine Familie. Wölfe werden erst mit zwei Jahren geschlechtsreif und bleiben bis dahin bei ihren Eltern. Die jungen Wölfe aus dem vorigen Jahr unterstützen dann die Eltern bei der Aufzucht der neuen Welpen. So besteht ein Rudel unter normalen Bedingungen im Herbst also aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus demselben Jahr. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wandern die Jungwölfe aus dem elterlichen Territorium ab und suchen ein eigenes Revier. Dieses kann je nach Landschaft und Rudelgröße zwischen 100 und 450 Quadratkilometer groß sein.

Wölfe sind sehr vorsichtig und meiden Menschen gewöhnlich. Selbst Wissenschaftler, Förster und Jäger bekommen sie nur selten zu Gesicht. Und doch: Es kann Einzelfälle geben, in denen ein Wolf Schafe reißt. Um dies zu verhindern, reichen in aller Regel einfache Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune oder Herdenschutzhunde aus. Wird trotzdem ein Schaf gerissen, so muss der wirtschaftliche Schaden erstattet werden. Die Wölfe müssen jagen, um zu überleben. Dabei durchstreifen sie ihr Revier auf der Suche nach Schalenwild, ihrer bevorzugten Beute. Bei uns reicht ihr Nahrungsspektrum von Rotwild, Reh und Wildschwein über Hasen, Mäuse und Vögel.

Der Wolf spielt in Mythologien, Sagen und Märchen zahlreicher Völker eine zentrale Rolle. Dabei spiegelt sich die ambivalente Einstellung des Menschen zum Wolf wider. Einerseits verehrt er ihn als starkes und überlegenes Tier, andererseits verbindet er mit ihm verschiedenartigste Ängste.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Britta Gronewold
Tel.: 0385 - 200 36 11
Britta.Gronewold@NABU-MV.de

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