Milde Temperaturen locken Frösche und Kröten hervor
NABU bittet Autofahrer*innen um Rücksichtnahme
Krötenwarnschild - Foto: Helge May
23. Februar 2026 - Kaum tauen Schnee und Eis langsam weg, hält es Kröten und Molche nicht mehr in ihren Winterquartieren. Sie machen sich allmählich auf, um an ihren Heimatgewässern zu laichen und so für eine neue Generation Amphibien zu sorgen. Der NABU bittet deshalb Autofahrer*innen, vor allem in der Dämmerung vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf liebestrunkene Lurche zu nehmen. „Steigt die Temperatur nachts mehrere Tage in Folge über fünf Grad, beginnt die Wanderung. Dabei müssen die Tiere auch Straßen queren, die ihren Lebensraum zerschneiden, so dass leider jedes Jahr Tausende Amphibien getötet werden“, sagt Manuela Heberer, Pressesprecherin des NABU Mecklenburg-Vorpommern. An manchen Straßen weisen Hinweisschilder auf Streckenabschnitte hin, in denen besonders viele Amphibien wandern. „Eine umsichtige Fahrweise ist auch wegen der vielen freiwilligen Helfer*innen wichtig, die in den kommenden Wochen landesweit im Amphibienschutz aktiv sind“, so Heberer weiter.
Mit Tempo 30 Kröten schützen
Bei ihrer „Hochzeitsreise“ kehren viele Amphibienarten zur Fortpflanzung an ihr Geburtsgewässer zurück. Die Winterquartiere wie Hecken, Wälder aber auch Gärten liegen teilweise weit entfernt von den Laichgewässern, in denen Kröten, Frösche und Molche auf Partnersuche gehen. An entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken sollten höchstens 30 Stundenkilometer gefahren werden. Das kann viele Leben retten, denn die Tiere sterben nicht nur unter Autoreifen, sondern auch wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen hohen Luftdruck, dadurch können die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Heberer. Angesichts der aktuellen starken Rückgänge der Amphibien gelte es, weitere Verluste wo immer möglich zu vermeiden.
Dabei helfen die Amphibienschutzzäune, die Naturfreunde an vielen Orten im Land aufstellen. Diese sollen Amphibien an besonderen Gefahrenstellen vor dem Straßentod retten. Täglich werden die Zäune dann wieder kontrolliert, die in den Eimern sitzenden Amphibien gezählt und über die Straße getragen. „Diese Arbeit wäre ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer*innen im Land gar nicht möglich“, sagt Manuela Heberer.
Ehrenamtliche Helfer*innen willkommen
Wer beim Amphibienschutz mitmachen möchte, kann sich an die örtliche NABU-Gruppe wenden.
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