Haussperling im Schnee - Foto: Frank Derer
Bilanz der Wintervogelzählung in MV
Mehr Teilnehmende, aber weniger Vögel
Haussperling - Foto: NABU/Hartmut Mletzko
28. Januar 2026 - Mehr als 4.000 Menschen haben in Mecklenburg-Vorpommern bei der „Stunde der Wintervögel“ am zweiten Januarwochenende mitgemacht und fast 116.900 Vögel in über 2.400 Gärten und Parks gezählt. „Das ist das drittbeste Teilnehmenden-Ergebnis aller 16 Zählungen“, freut sich NABU-Pressesprecherin Manuela Heberer. "Wir vermuten, dass Schnee und Frost für die passende Winterkulisse gesorgt haben, so dass viele Menschen Lust hatten, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen."
Weniger erfreulich sind manche Ergebnisse der Zählung. Mit im Schnitt gesichteten 32 Vögeln wurden bundesweit noch nie so wenig Individuen pro Garten oder Park gezählt wie in diesem Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern waren es zwar etwas mehr (43 Vögel pro Garten), allerdings waren zur ersten „Stunde der Wintervögel“ im Jahr 2011 noch 54 Vögel pro Garten gemeldet worden. „Über die vielen Jahre ,Stunde der Wintervögel‘ lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten“, stellt Heberer fest.
Besonders auffällig ist der große Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden sie 15 Prozent (Haussperling) und 10 Prozent (Feldsperling) seltener gesichtet als im Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern wurden 9 Prozent weniger Haussperlinge und 13 Prozent weniger Feldsperlinge als im Vorjahr gezählt. Ein großes Problem für beide Arten ist der Mangel an Brutplätzen und Nahrung, dem Feldsperling setzt vor allem der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zu. Spatzen fressen im Winter Körner und Samen, während der Brutzeit dienen jedoch auch Insekten und Larven als Proteinquelle und Nahrung für ihre Jungvögel. „Wer seinen Garten naturnah und insektenfreundlich gestaltet, heimische Sträucher und Stauden pflanzt und hier und da mal eine Ecke unaufgeräumt lässt, trägt aktiv zum Schutz unserer Vögel bei“, erklärt Manuela Heberer.
Trotz seines Negativtrends liegt der Haussperling bundesweit und in Mecklenburg-Vorpommern immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Es folgen im Nordosten Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Das Zählergebnis der Amsel sorgte bei den Ornithologen für Erleichterung. Sie wurde wieder deutlich öfter gesehen, nachdem ihr Bestand in den letzten Jahren sehr unter dem Usutu-Virus gelitten hatte. Ebenfalls erfreulich: Auch Buchfink und Rotkehlchen tauchten wieder häufiger auf.
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Feldsperling - Foto: Claus König
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Kohlmeise im Winter - Foto: Frank Derer
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Blaumeise - Foto: Frank Derer
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Amsel an Futterstelle - Foto: Frank Derer
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Grünfink im Schnee - Foto: Frank Derer
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Elster - Foto: Frank Derer
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Graugänse - Foto: Frank Derer
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Saatkrähen - Foto: Ingo Ludwichowski
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Kraniche auf Acker - Foto: Rainer Mönke/www.naturgucker.de
Zählergebnisse
Auf der interaktiven Karte können Sie zu allen Arten und Orten die Werte ablesen und erfahren, welche Vögel häufiger beobachtet wurden und welche seltener zu sehen waren. Im Tabellenreiter neben der Karte finden Sie zusätzlich alle Details zu den Vogeldaten. Mehr →
Nächste Mitmachaktion
Vögel in der Nähe beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen und dabei tolle Preise gewinnen – all das vereint die „Stunde der Gartenvögel“. Jedes Jahr am zweiten Maiwochenende sind alle Naturfreund*innen aufgerufen, Vögel zu notieren und dem NABU zu melden. Mehr →
