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Das Große Mausohr

Flugkünstler mit großen Ohren

Obwohl ihr Aussehen daran erinnert - eine fliegende Maus ist die Fledermaus nicht. Zwischen ihren Fingerknochen spannen sich Flughäute, die ihnen ermöglichen aktiv zu fliegen. Als einziges Säugetier weltweit! Das Große Mausohr ist unsere größte Fledermausart.

Großes_Mausohr

Große Mausohren - Foto: NABU/Christian Stein

Lange Zeit wurden Fledermäuse für fliegende Mäuse gehalten. Doch eine Ähnlichkeit besteht nur auf den ersten Blick. Tatsächlich sind Fledermäuse lediglich entfernt mit Mäusen verwandt. In unseren Breiten zählen Igel und Maulwürfe zu den nächsten Angehörigen. Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Dies verdanken sie den Flughäuten, die sich zwischen ihren Fingerknochen erstrecken. So erklärt sich auch ihr wissenschaftlicher Name "Chiroptera", der "Handflügler" bedeutet. Die kleine Kralle am Vorderrand der Flügel ist der Daumen, die restlichen vier Finger spannen die spärlich behaarte Flughaut. Weltweit bilden die Fledermäuse mit rund 950 Arten die zweitgrößte Säugetiergruppe. Allerdings leben die meisten hiervon in tropischen Regionen.


Die größten bei uns

Großes Mausohr2

Große Mausohren im Winterquartier - Foto: NABU/Christian Stein

Das Große Mausohr ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von sechs bis acht Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 43 Zentimetern unsere größte einheimische Fledermausart. Bis zu 40 Gramm kann ein ausgewachsenes Mausohr wiegen. Man erkennt es an seiner kurzen und breiten Schnauze sowie den langen, breiten Ohren. Das Fell des großen Mausohrs ist kurz und dicht, an den Haarwurzeln schwarzbraun und an der Oberseite hell braungrau gefärbt. Die Unterseite ist weißgrau. Die Schnauze, die Ohren und die Flügel sind graubraun.


Fledermäuse besuchen einen Kindergarten

Im Frühjahr finden sich die Weibchen einer Mausohr-Kolonie zu Hunderten in so genannten Wochenstuben zusammen. Für die Geburt sucht sich das Mausohr-Weibchen einen abgelegenen Platz und hängt sich mit seinen Daumenkrallen fest. Sofort nach der Geburt krabbeln die Säuglinge am Bauchfell der Mutter nach oben zu den Milchzitzen. Wenn die Mutter auf Nahrungsjagd geht, bleiben ihre Jungen unter Aufsicht der anderen Mausohr-Weibchen zurück. Dabei rücken alle nahe zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Kommt die Mutter zum Säugen zurück, erkennt sie ihre Jungen am Geruch und an den individuellen Stimmlauten.


Großes Mausohr

Große Mausohren - Foto: NABU/Christian Stein

Das Große Mausohr begibt sich am liebsten in alten Laubwäldern auf Nahrungssuche. Hier jagt es dicht über dem Boden nach flugunfähigen Laufkäfern, die es oft schon durch das Rascheln im Laub entdeckt. Aber auch Mist- und Maikäfer sowie Schmetterlingsraupen, Grillen und Schnaken haben Große Mausohren zum Fressen gern.


Energiesparmodus in schlechten Zeiten

Im Sommerhalbjahr ist bei den Fledermäusen kaum etwas anderes als fressen angesagt. Jedoch kann es bei Dauerregen oder Kälteperioden zu Nahrungsmangel kommen, wenn kaum Insekten fliegen. Für diese Notzeiten nutzt das Große Mausohr, wie auch andere Fledermausarten, eine Art Energiespartaste. Es verfällt in einen energiesparenden Zustand, ähnlich wie beim Winterschlaf, und wartet auf besseres Wetter. Auf diese Weise kommen Fledermäuse in schlechten Zeiten mit einem Bruchteil der Energie aus. Dies ist gerade bei Fledermäusen wichtig, weil sie einen sehr hohen Energieverbrauch haben. In einer Jagdnacht benötigen sie Insektennahrung bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes. Säugende Mütter brauchen sogar deutlich mehr Nahrung.

Was im Sommer eine Ausnahme ist, hat im Winter höchste Priorität. Sobald es keine Insekten mehr zu jagen gibt, ziehen sich die Mausohren in ihre Winterquartiere zurück. Diese können in Höhlen, Kellern, Felsspalten oder auch Baumhöhlen liegen. Dabei sind Fledermäuse sehr traditionsbewusst und nutzen gern dieselben Quartiere wie im letzten Jahr. Die Mausohren überdauern den Winter durch größtmögliche Energieeinsparung. Dazu verlangsamen sie ihren Stoffwechsel drastisch. Die Energie schlafender Tiere reicht etwa hundert Mal länger als die voll aktiver Fledermäuse.

Das Große Mausohr hat wie alle Fledermausarten bei uns vor allem unter dem akuten Mangel an Lebensraum zu leiden. Durch die Sanierung von Altbauten und das Verschließen von potentiellen Schlafplätzen gehen viele Mausohr-Quartiere verloren. Darum sind sie europaweit durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt. In Mecklenburg-Vorpommern steht das Große Mausohr auf der Roten Liste in der Kategorie 2 und gilt somit als stark gefährdet.


Mehr Informationen

Große Mausohren - Foto: NABU/Christian Stein
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Zu den Zielen der Fachgruppe gehören der Informationsaustausch unter den Fledermausschützern in Mecklenburg-Vorpommern. Zudem forcieren die Fledermausexperten eine landesweite Fledermauskartierung. Mehr →

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